Ein Kämpferherz schlägt nicht mehr – Klaus Boos ist verstorben.

ROSTOCK.     Die Handball-Gemeinde des SV Warnemünde und des Bezirksverbandes Nord trauern um den langjährige Spieler, Trainer und Funktionär Klaus Boos (geboren am 14. Oktober 1951). Er verstarb am 9. März nach langer schwerer Krankheit. Der heimtückische Coronavirus nahm ihn zunächst die Luft zum selbständigen Atmen und dann ganz das Leben.

Der Verstorbene lebte zuletzt in einen Seniorenheim in Oyten bei Bremen in der Nähe seiner jüngsten Tochter. Die Gedanken der Handball-Sportler sind in dieser schweren Stunde auch bei seinen drei Kindern Beatrix. Patrik und Christina sowie bei allen anderen Hinterbliebenen aus der Familie.

Sportinteressiert war Klausa Boos schon als kleiner Junge, jagte dem Ball nach, tobte mit Altersgenossen durch Warnemünde. Zunächst turnte er bei der BSG Motor Warnowwerft um dann als Zwölfjähriger zum Handball zu wechseln. Er lernte schnell mit dem kleinen runden Leder umzugehen. Und bis zu seinem Tode, immerhin fast 60 Jahre, hielt er dem Verein an der Warnowmündung unter dem Motto „Einmal Rotweiß, immer Rotweiß“ die Treue. Hier durchlief Klaus Boos sportlich alle Teams von den Schülern bis zu den alten Herren. Mit zunehmenden Alter übernahm der gelernte Eisenbahn-Schlosser und Bahnbetriebsmeister auch ehrenamtliche Aufgaben für seinen Sport, wurde Übungsleiter und lizenzierter Trainer, stand später sogar über viele Jahre der Handball-Abteilung des SV Warnemünde vor und war bis 2017 noch deren Spielwart.

Nach der Wende musste der Verstorbene viele persönliche und auch berufliche Rückschläge hinnehmen. Aber immer waren es sein starker Willen und auch der Sport, die über alles hinweghalfen. Neben dem Engagement im  Handball trug er viele Jahre auch hauptamtlich in der Leitung der Geschäftsstelle des mehr 1.000 Mitglieder umfassenden Vereins zu deren guten Entwicklung nach der Wiedervereinigung bei. Und jeder, der als Gast am international bekannten Warnemünde-Cup teilnahm, kannte die Institution Klaus Boos. Er machte aus seinem Wirken aber nie ein großes Aufsehen.

Bevor Klaus Boos starb, äußerte er in einem letzten Telefonat zwei Wünsche, die er sich noch erfüllen wollte. Zum einen wollte er im Oktober seinen 70. Geburtstag feiern und zum anderen noch einmal einen Handballtag seines SV Warnemünde in der Halle am Gerüstbauerring in Groß Klein erleben.

Beides verhindert sein viel zu früher Tod.

Klaus-Peter Kudruhs

Foto: SVW/Britta Dombrowski